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GROßBRITANNIEN: LONDON – WELTSTADT MIT CHARME UND KöNIG

VON MAG. JULIA HUBER

 
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London, Tower Bridge (C) ingusk - stock.adobe.com Westminster Wache (C) BTA London, Houses of Parliament (C) Foto Julius London, City (C) Foto Julius Big Ben und London Eye (C) BTA London, Tower und The Shard (C) Mag. Peter Brugger
 

“When a man is tired of London, he is tired of life”
 
„Wenn jemand Londons überdrüssig ist, ist er des Lebens überdrüssig, denn in London hat man alles, was das Leben bieten kann.“ Diesen Satz sprach der Gelehrte und Schriftsteller Samuel Johnson im Jahr 1777, doch er hätte auch heute noch genauso recht wie damals. Von London kann man einfach nicht genug bekommen! Ich selbst lasse mich stets von dieser Weltstadt verzaubern, einer Stadt, die trotz Tradition ständig im Wandel ist und sich dadurch immer wieder aufs Neue entdecken lässt.
Die Großstadt an der Themse ist seit vielen Jahren mein Zuhause, und langweilig wird es tatsächlich nie. Es gibt skurrile Spektakel wie The Constable’s Dues, wenn die Matrosen eines unter der Tower Bridge hindurchfahrenden Schiffes der Royal Navy dem Aufseher des Tower of London ein Fässchen Rum oder Brandy überreichen – höchst zeremoniell natürlich (der Inhalt wird freilich stets verkostet). Oder den London Sheep Drive jeden September, für den die London Bridge teils für den Verkehr gesperrt wird und Schafe über die Brücke laufen. Ich denke an den täglichen Pomp zum Wachwechsel der Berittenen Garde oder der Soldaten vor dem Buckingham Palast. Und war da nicht erst neulich eine weltweit gefeierte Krönung in der ehrwürdigen Westminster Abbey, von der aus König und Königin in einer fast märchenhaften Kutsche, umgeben vom jubelnden Volk, zurück zum Palast kutschiert wurden? Aschenputtel wäre bestimmt neidisch gewesen.
 
Die „City“, wo alles begann
Als die Römer 43 n. Chr. Londinium gründeten, wussten sie noch nicht, dass über die nächsten 2000 Jahre eine fast 9-Millionen-Metropole daraus wachsen würde. Überbleibsel der teils römischen Stadtmauer sind noch beim Tower und im Wohnviertel Barbican zu sehen. Als altes Bankenviertel steht die City of London dem in den aufgeschütteten Docklands gebauten Canary Wharf gegenüber. Vor knapp 40 Jahren entstand hier ein Dschungel aus verspiegelten Wolkenkratzern, von denen aus Investmentbanken neben Finanzinstituten und Medienunternehmen nun ihre internationalen Geschäfte führen. Alteingesessene Institutionen wie der Versicherungsmarkt Lloyd’s of London oder die Bank of England operieren weiterhin von der City aus, welche einen von fünf Finanzjobs in ganz Großbritannien stellt.
 
Greenwich, UNESCO-Weltkulturerbe mit Aussicht
Das „Grüne Dorf“ war früher das Zentrum der britischen Marine und lockt heute sowohl geschichtsinteressierte als auch dem Trubel der Stadt entfliehende Besucher in den eher beschaulich wirkenden Stadtbezirk. Oben am Hügel thront die berühmte Sternwarte, durch die seit 1884 der Nullmeridian verläuft. Perfekt platziert steht man hier mit einem Bein in der östlichen und mit dem anderen in der westlichen Halbkugel der Erde. Den besten Ausblick über die Stadt und im Besonderen über die Hochhäuser von Canary Wharf genießt man vom Platz vor der Sternwarte.
 
Westminster, Zentrum von Politik, Religion und Königshaus
Piccadilly Circus, Oxford Street, Leicester Square, Downing Street … Wer möglichst viele Sehenswürdigkeiten in kurzer Zeit abhaken möchte, erkundet die Gegend rund um den Trafalgar Square. Dort markiert die Statue des Charles I. den geografischen Mittelpunkt der Stadt. Die Wege zwischen Highlights wie dem Parlamentsgebäude mit dem berühmten Glockenturm samt Glocke Big Ben, der royalen Hochzeits-, Grabes- und Krönungskirche Westminster Abbey, dem Buckingham Palast oder dem wunderschönen Kaufhaus Liberty’s sind kurz. Auch hält man am besten immer das Handy bereit, denn es ist nicht ganz unwahrscheinlich, dass einmal ein Royal – vielleicht sogar König Charles III. selbst – plötzlich um die Ecke biegt! Im königlichen Auto samt Polizeieskorte, versteht sich. Das grelle Pfeifen der Polizisten auf den begleitenden Motorrädern kündigt dies an. Wesentlich angenehmer, wenngleich auch vielleicht nicht ganz so spektakulär, ist das Zwitschern der grellgrünen Parakeets (Halsbandsittiche) in den wunderschönen Parks. Bequeme Sonnenstühle, die man stundenweise mieten kann, laden zum Verweilen ein, während die exotischen Papageien nicht selten mit einem unerwarteten Vogelkonzert aufwarten.
 
Windsor und Eton, Tagesausflug zur letzten Ruhestätte der Elizabeth II.
Das kleine Städtchen Windsor liegt etwa 40km westlich von London und trumpft mit dem ältesten immer noch bewohnten Schloss der Welt auf: vor gut 1000 Jahren legte Wilhelm der Eroberer den Grundstein für das heute prächtige Schloss, deren beeindruckende Staatsgemächer öffentlich zugänglich sind. In der St George’s Chapel am Schlossgrund heirateten 2018 Prinz Harry und Meghan Markle, und Königin Elizabeth II. liegt dort begraben. Ein kurzer Spaziergang vom Schloss über die Themse führt in den Ort Eton, dessen auf 1440 zurückgehendes Eton College als Kaderschmiede bekannt ist und nicht nur die Prinzen Harry und William, sondern auch 20 britische Premierminister ausgebildet hat.

 
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